Oratorienchor inszeniert Spätromantiker

MVV inbegriffen – heißt es bei den Tickets für ein einmaliges Konzert des Münchner Oratorienchors, das am Freitag, dem 27. Oktober, um 19 Uhr im Herkulessaal der Residenz stattfindet: Unter der Leitung von André Gold und gemeinsam mit der südböhmischen Kammerphilharmonie aus Budweis werden Bruckners Messe in f-Moll und Mahlers „Ich bin der Welt abhanden gekommen“ aufgeführt. Solisten sind Judith Spiesser, Sopran, Nathalie Flesser, Alt, Moonyung Oh, Tenor, und Manuel Adt, Bass.

Die Sehnsucht nach dem Ungreifbaren, dem Erhabenen in der Kunst, nach Religion und Natur: Mahler und Bruckner setzen diese epochalen Leitmotive vor der Folie ihres eigenen Erlebens in Musik und schaffen damit ebenso klanggewaltige wie berührende Meisterwerke der Spätromantik.

In seinem Orchesterlied „Ich bin der Welt abhanden gekommen“, das auf einem Gedicht Friedrich Rückerts beruht, beschreibt Gustav Mahler (1860-1911) seine Sicht auf die Welt: Mahler vertont darin seinen Wunsch nach einem eigenen „stillen Gebiet“ fern vom „Weltgetümmel“ und verabschiedet sich von der Welt mit all ihrer Geschäftigkeit, ihren Sehnsüchten, Widersprüchen und Katastrophen.

Mit breitem symphonischen Atem und überbordend dramatischen Klangmassen strebt Anton Bruckner (1824-1896) in seiner Messe in f-Moll musikalischen Gipfeln zu, schafft aber auch Momente innerlicher Andacht. Er testet das zu seiner Zeit musikalisch Machbare aus: Neben starken Kontrasten in der Lautstärke setzt er fast alle Klangfarben des Symphonieorchesters ein und bringt den Chor bis an die Grenzen der Singbarkeit.

Gerade die Messe in f-Moll, die er selbst als Höhepunkt seines Lebens bezeichnet, begründete eine weit verbreitete Legende: die vom naiv-frömmelnden Genie, das sich aufgrund einer Nervenkrise in einem physischen und psychischen Ausnahmezustand befand und sich durch die Komposition kathartische Heilung erhoffte. Bruckner selbst sah das offensichtlich etwas sachlicher. Auf die Frage, warum er dieses gewaltige Werk trotz ärztlicher Einwände komponiert habe, antwortete er: „I hab müss'n! Das Arbeiten hat ma besser than als das Faulenzen.“

Münchner Oratorienchor

Eintrittskarten sind zum Preis von 31,60 bis 45,10 Euro bei München Ticket oder über die bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

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Einsendeschluss ist der 5. Oktober 2017