Mittelständische Busunternehmer setzen sich durch – MVV vergibt Aufträge im Volumen von knapp 59 Mio. Euro

06. September 2011

Die Ausschreibungsrunde 2011 im MVV-Regionalbusverkehr ist erfolgreich abgeschlossen. Wieder setzen sich ansässige und überwiegend mittelständische Verkehrsunternehmen im MVV-Regionalbusverkehr bei den europaweiten Ausschreibungen durch. Erneut ist es den MVV-Verbundlandkreisen gelungen, die Liberalisierung des ÖPNV mit Fingerspitzengefühl umzusetzen. Davon profitieren die Fahrgäste und die mittelständischen Verkehrsunternehmen.

Die MVV-Verbundgesellschaft hat in diesem Jahr für die Landkreise München, Ebersberg, Dachau und Fürstenfeldbruck in zehn Vergabeverfahren insgesamt 16 MVV-Regionalbuslinien ausgeschrieben und dabei Aufträge im Volumen von knapp 59 Mio. Euro vergeben. Die Ausschreibungsgewinner werden den Betrieb ihrer gewonnenen Linien zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 in der Regel für die folgenden acht Jahre aufnehmen. Es wurden folgende Betreiber ermittelt:

• MVV-Regionalbuslinie 210: Busreisen Josef Ettenhuber GmbH, Glonn

• MVV-Regionalbuslinien 211/212: Busreisen Josef Ettenhuber GmbH, Glonn

• MVV-Regionalbuslinie 216: Bietergemeinschaft Regionalverkehr Oberbayern GmbH und Martin Geldhauser GmbH & Co. KG, München bzw. Hofolding

• MVV-Regionalbuslinien 217/224: Demmelmair GmbH & Co. KG, Friedberg

• MVV-Regionalbuslinien 230/231: VBR Verkehrsbetriebe und Servicegesellschaft mbH, München

• MVV-Regionalbuslinien 262/263/264: Busreisen Josef Ettenhuber GmbH, Glonn

• MVV-Regionalbuslinie 270: Demmelmair GmbH & Co. KG, Friedberg

• MVV-Regionalbuslinie 411: Busreisen Josef Ettenhuber GmbH, Glonn

• MVV-Regionalbuslinien 440/441: Busreisen Josef Ettenhuber GmbH, Glonn

• MVV-Regionalbuslinie 736: Griendsteidl GmbH, Gröbenzell.

Die Ausschreibungsverfahren konnten wieder weitestgehend problemlos abgewickelt werden. Allerdings wurde eines der Verfahren vor der Vergabekammer Südbayern angegriffen. Die Vergabekammer entschied rechtskräftig, dass das Vorbringen der Antragstellerin sowohl unzulässig als auch unbegründet war, und bestätigte damit die Entscheidungen der MVV GmbH. Seit 1996 hat die MVV GmbH schon über 90 Ausschreibungsverfahren durchgeführt, in nur vier Fällen wurde ein Nachprüfungsverfahren eingeleitet. Nur in einem einzigen Fall wurde das Vorgehen der Verbundgesellschaft von der Vergabekammer beanstandet. Es ist das gute Recht der Bieter und gehört auch zur Normalität, wenn Bieter Vergabeverfahren auf Rechtmäßigkeit prüfen lassen. Dies sollte aber nur dann erfolgen, wenn tatsächlich Aussichten auf Erfolg bestehen, sonst verzögert sich nur das Verfahren. Darunter leiden dann unter Umständen die Fahrgäste, wenn es nicht mehr gelingt, die Beschaffung der erforderlichen Neufahrzeuge rechtzeitig einzuleiten.

Für die Fahrgäste im MVV-Regionalbusverkehr sind überwiegend mittelständische Verkehrsunternehmen tätig. Dabei fahren sie im Jahr rund 27 Mio. Buskilometer. In diesem Jahr wurden hiervon 2,9 Mio. Buskilometer, also fast 11 % neu vergeben. Die Zahl von rund 40 im MVV-Regionalbusverkehr tätigen Unternehmen spricht für den aktiven Mittelstandsschutz der Verbundlandkreise. Durch die gezielte Gestaltung der Ausschreibungsunterlagen mit kleinen Losgrößen betreiben sie den Wettbewerb mit Fingerspitzengefühl und bieten den in der Region vorhandenen Unternehmen optimale Voraussetzungen für den Gewinn der Ausschreibungen.