Mandantenfähiges Integrationssystem für Echtzeitdaten und Vertrieb beim MVV

13. November 2014

IVU liefert Hintergrundsoftware für MVV-Regionalbusverkehr

Berlin/München, 12. November 2014 – Mobilität im Münchner Umland ist weiß-blau-grün. Die Regionalbusse im MVV (Münchner Verkehrs- und Tarifverbund) erschließen die Landkreise und verbinden sie untereinander sowie mit der bayerischen Landeshauptstadt. Auf über 200 Linien mit mehr als 3.600 Haltestellen und einer Streckenlänge von 4.300 km stellen rund 40 eigenständige Verkehrsunternehmen mit fast 600 Fahrzeugen einen flächendeckenden Nahverkehr sicher. Um die Fahrgäste in der Region ab Dezember 2015 mit Echtzeitdaten versorgen zu können, hat die MVV GmbH bei der IVU Traffic Technologies AG im Anschluss an eine europaweite Ausschreibung das Projekt ISE (Integrationssystem für Echtzeitdaten) in Auftrag gegeben.

Die MVV GmbH ist im Auftrag der acht Verbundlandkreise für die Planung, Organisation und Vergabe von Verkehrsleistungen im MVV-Regionalbusverkehr zuständig. Mit der Einführung des ISE verfolgt die MVV GmbH das Ziel,

·       den Fahrgästen aktuelle Informationen zum Betriebsablauf anzubieten,

·       die Anschlusssicherung zwischen dem MVV-Regionalbusverkehr und weiteren Verkehrsmitteln wie der S-Bahn und U-Bahn zu verbessern und

·       den Verkehrsunternehmen eine technische Unterstützung für die Disposition zur Verfügung zu stellen.

Der Aufbau des ISE erfolgt im Rahmen der Telematikinitiative DEFAS (Durchgängige elektronische Fahrgastinformations- und Anschlusssicherungssystem) des Freistaats Bayern und wird durch die Regierung von Oberbayern gefördert. Der MVV-Regionalbusverkehr wird vor allem von kleinen und mittelständischen Verkehrsunternehmen erbracht. Daher haben die Verbundlandkreise die Verbundgesellschaft beauftragt, ein zentrales, mandantenfähiges System unter der Hoheit der MVV GmbH aufzubauen und den Verkehrsunternehmen zur Verfügung zu stellen.

Besonderen Wert legt die MVV GmbH dabei auf die Mandantenfähigkeit der diskriminierungsfreien Lösung. Nach wie vor ist jedes Verkehrsunternehmen selbst für den Betriebsablauf auf den von ihm bedienten Linien verantwortlich. Mit dem Integrationssystem kommt die Möglichkeit hinzu, Ist-Daten der MVV-Regionalbusunternehmen zu generieren und an zentraler Stelle zusammenzuführen. Es dient dabei insbesondere den MVV-Regionalbusunternehmen, die über kein eigenes RBL/ITCS verfügen.

Die Berliner IVU Traffic Technologies AG liefert mit den Produkten IVU.fleet und IVU.fare die Hauptkomponenten für das integrierte Echtzeitdatenerfassungssystem samt elektronischem Fahrgeldmanagement. Im Verlauf des Projektes haben sich darüber hinaus mehrere Verkehrsunternehmen entschlossen, IVU-Bordrechner für ihre Fahrzeuge anzuschaffen. Für den Betrieb des Flottenmanagementsystems ist das jedoch nicht zwingend, denn offene Schnittstellen versetzen IVU.fleet in die Lage, Bordrechner von Fremdanbietern nahtlos einzubinden.

Ab Januar 2015 startet der Probebetrieb mit dem kombinierten Bordrechner und Fahrscheindrucker IVU.ticket.box in 50 Regionalbussen. Alle Geräte sind bereits für
E-Ticketing vorbereitet und damit zukunftssicher. Zum Jahresende 2015 gehen dann mindestens 120 Fahrzeuge mit den Systemen in den Regelbetrieb. Dann liefern diese Busse kontinuierlich Echtzeitdaten an die Integrationsplattform des MVV. Dessen Fahrgäste profitieren dadurch von durchgängig aktuellen Informationen für viele Anschlüsse – dann auch außerhalb des Münchner Stadtgebietes und über Unternehmensgrenzen hinweg.

„Das IVU-System hat uns durch seine Flexibilität und seinen standardisierten Aufbau überzeugt“, sagt Alexander Freitag, MVV-Geschäftsführer. „Dank der Integration unterschiedlicher Datenquellen mehrerer Unternehmen und die kurze Implementierungsdauer können wir den Service und Komfort für unsere Fahrgäste schon bald spürbar verbessern.“ Dr. Helmut Bergstein, Vorstand der IVU Traffic Technologies AG, ergänzt: „Regionen brauchen attraktive und verlässliche Angebote im Nahverkehr, wie eine einheitliche Tarifstruktur und eine durchgängige Fahrgastinformation. Das ermöglicht unser mandantenfähiges System.“