Schwarzfahren wird ab August teurer

28. Juli 2015

Der Gesetzgeber hat entschieden: Das erhöhte Beförderungsentgelt wird angehoben. Wer im MVV in Bussen und Bahnen ohne gültige Fahrkarte fährt, zahlt ab 1. August 2015 60 Euro, statt bisher 40 Euro.

MVV-Geschäftsführer Alexander Freitag: „Diese Erhöhung war seit langem überfällig, denn die geltenden 40 Euro schreckten auch angesichts mittlerweile gestiegener Preise niemanden mehr ab. Schwarzfahren darf sich nicht rechnen.“

MVG-Geschäftsführer Herbert König: „Die Anpassung erfolgt ganz im Interesse unserer  ehrlichen Fahrgäste, auf deren Kosten die Schwarzfahrer  ja letztlich unterwegs sind. Schwarzfahren ist kein Kavaliersdelikt und verursacht Einnahmenausfälle von mehr als 10 Millionen Euro pro Jahr allein bei der MVG – viel Geld, mit dem wir unser Leistungsangebot weiter ausbauen könnten.“

2014 hatten rund drei Prozent der kontrollierten MVG-Fahrgäste keinen gültigen Fahrschein. In den Jahren zuvor lag die Quote in einer Bandbreite zwischen zwei und drei Prozent. Um einen weiteren Anstieg zu verhindern, verstärkt die MVG ihren Kontrollservice derzeit durch zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein weiterer Grund für den Personal-Aufbau sind die weiter steigenden Fahrgastzahlen.

Auch die S-Bahn München verzeichnet ähnliche Zahlen. Während die Zahl der Fahrgäste ohne gültigen Fahrschein in den Vorjahren bis unter zwei Prozent fiel, liegt sie seit 2014 wieder bei etwa drei Prozent.

Bernhard Weisser, Geschäftsleiter der S-Bahn München: „Fakt ist, dass die Zahl der Fahrgäste ohne gültigen Fahrschein in München steigt und das geht zulasten der ehrlichen Fahrgäste. Daher haben wir uns dazu entschlossen, deutlich mehr Prüfer in den S-Bahnen einzusetzen. Die Erhöhung auf 60 Euro unterstützt uns in unserem Anliegen, in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für ehrliches Fahren zu erhöhen.“

Die S-Bahn München hat deshalb im letzten Jahr begonnen, verschiedene  Wege in der Fahrscheinprüfung zu gehen und zudem Aktionen angestoßen, um die Fahrgäste an den Fahrkartenkauf „zu erinnern“. Beispielsweise mit Service-Mitarbeitern und Aufstellern, die am Monatsanfang darauf hin­weisen, dass der Fahrgast jetzt ein neues Monatsticket braucht. Daneben finden auch wieder Schwerpunktkontrollen an den Stationen statt. Schließ­lich prüfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der S-Bahn München zuneh­mend auch wieder in unauffälliger Zivilkleidung.