Die S-Bahn – das Rückgrat des ÖPNV in der Region

Im Ballungsraum München spielt die S-Bahn eine gewichtige Rolle. Mit 442 km Streckenlänge leistet sie einen bedeutenden Beitrag zur umweltgerechten Mobilität. Das S-Bahn-System wird kontinuierlich ausgebaut.

Die 2. Stammstrecke

Die Münchner S-Bahn wurde vor 40 Jahren in Betrieb genommen. Seinerzeit war sie für 250.000 Fahrgäste je Werktag konzipiert. Mittlerweile steigen täglich mehr als dreimal so viele Personen in die zehn S-Bahn-Linien ein.

München wächst

Sämtliche Prognosen besagen, dass sich der Münchner Großraum mit über 2,6 Millionen Bewohnern auch künftig stark entwickeln wird. Die Attraktivität des Wirtschaftsraumes steht in Deutschland ganz oben.

Das Nadelöhr muss entlastet werden

Die Stammstrecke ist das Herz des sternförmig auf München ausgerichteten S-Bahn-Systems. Da dort alle S-Bahnen fahren, wird die City optimal erreicht. Gleichzeitig bildet die Stammstrecke aber auch das Nadelöhr: Die Strecke zwischen Pasing und Ostbahnhof gehört zu den am
dichtesten befahrenen Eisenbahnstrecken in Europa. Alle zwei Minuten verkehren die Züge. Unpünktlichkeiten werden leicht übertragen. Die Kapazität ist ausgeschöpft: Trotz modernster Signaltechnik können nicht noch mehr Züge fahren.



Ein zweiter S-Bahn-Tunnel bringt langfristige Perspektiven

Zur Entlastung der vorhandenen Stammstrecke wird der Bau einer zweiten Stammstrecke geplant. Der zweite S-Bahn-Tunnel verläuft parallel zur vorhandenen Strecke von Laim bis zum Leuchtenbergring. Am Marienhof, Hauptbahnhof und Ostbahnhof sind neue Stationen vorgesehen. Kurze Umsteigewege zur vorhandenen S-Bahn-Stammstrecke und zur U-Bahn sind in Planung. Durch die begrenzte Anzahl von Stationen auf der neuen Stammstrecke kann zwischen Pasing und Ostbahnhof eine sehr attraktive Fahrzeit angeboten werden.



Mehr Züge, schnelle Express-S-Bahnen

Mit dem 2. Tunnel ist eine Ausweitung des S-Bahn-Angebotes möglich. Zusätzlich werden neuartige Express-S-Bahnen die Außenbezirke schneller mit der City verbinden. Dabei wird ganztags ein 15-Minuten-Grundtakt angeboten. Dieser wird von Express-S-Bahnen überlagert, die im 30-Minuten-Takt nur die äußeren und aufkommensstarken Stationen auf den Außenästen des S-Bahn-Netzes bedienen. Damit sind attraktive Fahrzeiten mit Fahrzeitgewinnen von bis zu 10 Minuten möglich.



Regionalzüge werden eingebunden

Es geht aber längst nicht nur um mehr S-Bahn-Verkehr. Es ist durchaus denkbar, dass künftig Züge aus der Region bis in die Münchner Innenstadt fahren. Also beispielsweise von Rosenheim oder Augsburg direkt bis zum Münchner Marienhof und eventuell auch weiter zum Flughafen. Realisierbar sind auch Express-S-Bahnen aus der Münchner City in die Region, zum Beispiel bis Moosburg und Landshut.

Kommunikationsplattform rund um die 2. Stammstrecke der DB

Informationen des BStMWIVT zur 2. Stammstrecke

Folder des BStMWIVT und DB Netz: "Sieben Legenden und die Realität"

MVV-Folder: 8 Perspektiven für unsere Fahrgäste (504 KB)

MVV-Folder: Eine Investition für die Zukunft der S-Bahn München (516 KB)

Zweite Stammstrecke muss schnell kommen (Pressebericht MVV)

Unverzichtbar für die zukünftige Verkehrsbewältigung (Pressebericht MVV)

Neuer S-Bahnhof Freiham

Auf der S8 ist am 14. Sept. 2013 zwischen Neuaubing und Harthaus der 150. S-Bahnhof im MVV eröffnet worden. Der neue S-Bahnhalt erschließt das Gewerbegebiet südlich der S-Bahn mit künftig rund 7.500 Arbeitsplätzen und das neu entstehende Stadtquartier nördlich der S-Bahn mit rund 20.000 Einwohnern optimal mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die 210 Meter langen Außenbahnsteige haben ein 140 Meter langes Bahnsteigdach. Wie alle neuen Stationen ist der Bahnhof Freiham mit barrierefreien Zugängen ausgestattet. Ebenso selbstverständlich ist der stufenlose Einstieg von 96 cm hohen Bahnsteigen in die S-Bahn möglich. Der Bahnhof wird nach Prognosen von bis zu 11.000 Menschen genutzt werden.

Der neue Stadteil Freiham

Der barrierefreie Ausbau der S-Bahn-Stationen

Im Rahmen eines 100-Millionen-Euro-Landesprogramms werden fast alle Stationen der S-Bahn München mit mehr als 1.000 Ein- und Aussteigern sukzessiv barrierefrei ausgebaut: Die Bahnsteige werden über Rampen oder Aufzüge erreichbar und die Bahnsteige 96 cm hoch sein, damit der stufenlose Einstieg in das S-Bahn-Fahrzeug ET 423 möglich ist. 


Aktuell sind von den insgesamt 150 S-Bahnhöfen

  • 81 Stationen vollständig barrierefrei
  • 35 Stationen barrierefrei über Rampe oder Aufzug erreichbar, jedoch ist eine Höhendifferenz zwischen Bahnsteig und Fahrzeug vorhanden
  • 34 Stationen nicht barrierefrei

Aktuelle Ausbauprojekte sind Geltendorf und Donnersbergerbrücke.

Darüber hinaus sollen die Stationen Isartor und Unterschleißheim barrierefrei ausgebaut werden.

In einem sogenannten "Bayern-Paket" werden bis 2018 weitere Stationen barrierefrei ausgebaut.

Ausbau der Linie A

Die Linie A wird weiter in das S-Bahn-System integriert. Derzeit wird die 29 km lange eingleisige Dieselstrecke elektrifiziert und die Infrastruktur ausgebaut.

Schwerpunkte sind der Bau eines circa 3 km langen zweigleisigen Begegnungsabschnitts bei Schwabhausen, der Ausbau des Haltepunktes Erdweg zum Kreuzungsbahnhof, die Anpassung des Bahnhofes Dachau Stadt sowie der barrierefreie Ausbau von Stationen und der Rückbau des Kreuzungsbahnhofes Indersdorf zum eingleisigen Haltepunkt.



Zukünftig können auf der Strecke S-Bahn-Fahrzeuge vom Typ ET423 eingesetzt werden. Sie verkehren ganztägig im Stundentakt und sind auf die S2 durchgebunden. Somit ermöglichen sie eine umsteigefreie Verbindung in die S-Bahn-Stammstrecke. In den Hauptverkehrszeiten ist ein 30-Minuten-Takt vorgesehen. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2014 vorgesehen.

Verlängerung der S7 nach Geretsried

Im Süden von München soll das S-Bahn-Netz auf der Linie S7 nach Wolfratshausen um einen circa 9 km langen Neuabschnitt nach Geretsried Süd verlängert werden. Neue Stationen sind Gelting, Geretsried Mitte und Geretsried Süd, an denen eine Verknüpfung zum Bus sowie P+R und B+R-Anlagen vorgesehen wird. Die Strecke ist eingleisig mit einer Begegnungsmöglichkeit am Bahnhof Gelting. Die Fahrtzeit zwischen Wolfratshausen und Geretsried Süd beträgt knapp 10 Minuten. Hinsichtlich des Verkehrsangebotes ist geplant, die heute in Wolfratshausen endenden Züge künftig bis Geretsried Süd weiterzuführen. Bereits 2004 konnte der volkswirtschaftliche Nutzen nachgewiesen werden.

Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren.

Ausbau der S4 zwischen Pasing und Eichenau

Mit einem mehrgleisigen Ausbau des Streckenabschnittes Pasing - Eichenau kann der S-Bahnverkehr vom Regional- und Fernverkehr entflochten werden. Damit wird zum Einen die Betriebsqualität auf dem Streckenast deutlich verbessert und zum Anderen kann die zusätzliche Kapazität für Verbesserungen im Verkehrsangebot der S-Bahn genutzt werden. Im Auftrag vom Freistaat Bayern wurde eine Vorplanung für den mehrgleisigen Ausbau durch die DB AG durchgeführt. In einer aktuellen Verkehrsuntersuchungen wurde der volkswirtschaftliche Nutzen des Ausbaus nachgewiesen. Voraussetzung ist, dass die zusätzlichen Züge in die 2. Stammstrecke verkehren können. In den nächsten Schritten werden die Ausbauplanungen weiter konkretisiert. Nach Durchführung des Planfeststellungsverfahrens und Vorliegen von Baurecht und aller weiteren Voraussetzungen kann der Ausbau der S4 realisiert werden.

Der Erdinger Ringschluss

Die Anbindung des Flughafens über die Schiene soll verbessert werden. Mit dem Erdinger Ringschluss wird eine direkte Schienenanbindung des Flughafens aus Richtung Freising, Landshut und Nordostbayern ebenso wie aus Richtung Erding, Mühldorf und Südostbayern geschaffen. Gleichzeitig wird eine schnelle tangentiale Verbindung zwischen den Mittelzentren Erding und Freising geschaffen. Der Erdinger Ringschluss wird in drei Stufen realisiert:

  • In der Stufe 1 wird eine direkte Schienenverbindung zwischen Feising und Flughafen gebaut (Neufahrner Kurve). Damit ist eine direkte Schienenanbindung aus Richtung Landshut zum Flughafen möglich
  • In der Stufe 2 wird die S-Bahn über Erding hinaus zum Flughafen verlängert und ein zusätzlicher S-Bahnhof östlich des Flughafens realisiert (Lückenschluss Erding - Flughafen). Damit kann die S2 als dritte S-Bahnlinie zum Flughafen verkehren
  • Als 3. Stufe ermöglicht die Walpertskirchner Spange eine direkte Schienenanbindung aus Richtung Mühldorf und Südostbayern

Planungen des BStMWIVT

Die Sendlinger Spange

Zur Stärkung tangentialer Verbindungen ist der stufenweise Ausbau der sogenannten Sendlinger Spange vorgesehen: der Verbindung von Pasing über Heimeranplatz und Harras nach Deisenhofen. Dazu gehören folgende Maßnahmen:

  • Ertüchtigung der Gleisinfrastruktur inklusive Ausbau des Seitenbahnsteigs zum Mittelbahnsteig am Heimeranplatz
  • Bau einer Weichenverbindungen zur Anbindung der Station Harras für die S20.
  • Bau einer neuen S-Bahn-Station in Menterschwaige mit Verknüpfung zu den Tram-Linien 15/25