Einsatz für zufriedene Fahrgäste – der MVV-Fahrgastbeirat

Um den Dialog zwischen dem MVV und seinen Kunden lebendig zu halten, haben die Gesellschafter der MVV GmbH 1997 einen Fahrgastbeirat ins Leben gerufen.

Der Fahrgastbeirat ist ein ehrenamtliches, beratendes Gremium, das die Fahrgäste im MVV repräsentiert und deren Wünsche, Lob und Kritik an die entsprechenden Partner im Verbund weiterleitet.

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04. Oktober 2017: 6. Sitzung des MVV-Fahrgastbeirats

Am 04. Oktober 2017 kamen die Mitglieder des MVV-Fahrgastbeirats zu ihrer sechsten und damit letzten Sitzung der laufenden Amtsperiode zusammen und haben eine Vielzahl von Themen mit den Vertretern der Verkehrsunternehmen und der Verbundgesellschaft diskutiert. 

Weiterführende Fragen zur bereits auf der vorangegangenen Sitzung behandelten Zugänglichkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln für Menschen im Rollstuhl wurden in der aktuellen Sitzung beantwortet, ebenso wurde umfassend darüber informiert, wie Rollstuhlfahrer/innen auf ein eventuelles Fehlverhalten des Fahrpersonals reagieren können. Hierfür stehen bei den Verkehrsunternehmen die bekannten Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung – mit einer möglichst zeitnahen Meldung inklusive aller Details (Datum, Uhrzeit, Linie, Haltestelle etc.) kann das Fahrpersonal schnell ermittelt und ein mögliches Fehlverhalten geklärt werden. 

Auch diverse Ausbaumaßnahmen im Münchner Verkehrsnetz wurden auf der Sitzung diskutiert, u. a. die geplante S-Bahn-Verlängerung nach Geretsried (Fertigstellung voraussichtlich 2027), der Bau einer Tram-Nordtangente durch den Englischen Garten (Fertigstellung voraussichtlich 2025), die Inbetriebnahme weiterer zweigleisiger Außenstrecken (Realisierung mit Fertigstellung der zweiten Stammstrecke) und der Betrieb einer Express-S-Bahn zum Flughafen München.

Die letzte Sitzung der aktuellen Amtsperiode gab der MVV GmbH die Möglichkeit – ergänzend zu bereits wiederholt durchgeführten Informationsveranstaltungen für den MVV-Fahrgastbeirat – aktuelle Details zur geplanten MVV-Tarifstrukturreform zu präsentieren. Der für den MVV-Tarif zuständige Bereichsleiter Herr Specht informierte umfassend über Tarifvereinfachungen für Stadt und Umland, Varianten für ein zukünftiges Tarifmodell, Verbesserungen beim Ticketsortiment und über die nächsten Schritte zum Beschluss der Tarif- und Vertriebsreform. Im Anschluss an den Sachstandsbericht stand Tarifexperte Herr Specht den Mitgliedern des MVV-Fahrgasteirats für Fragen und Anregungen zur Verfügung. Aufgrund der Wichtigkeit des Themas für alle Fahrgäste sind die wichtigsten Fragen und Antworten nachfolgend aufgeführt:

1. Wer sind die „Verlierer“ bei der MVV-Tarifstrukturreform?

    z. B. ein Zeitkartenkunde, der heute die beiden Tarifringe 04 und 05 besitzt. Er benötigt zukünftig (der aktuellen Ringelogik folgend) die Tarifringe 01 bis 06 (01 bis 04 entsprechen dem zukünftigen „Inneren Großkreis M“; nur den Tarifring 05 wird es zukünftig nicht mehr geben; dieser ist dann in 05 und 06 zusammengefasst). Für diese (sehr wenigen) Fahrgäste würde sich der Preis entsprechend verteuern. 

    2. Bleibt der „Innenraum“ in seiner jetzigen Struktur auch nach der Reform erhalten?

      Ja, mit kleinen Arrondierungen an der Verbundraumgrenze.

      3. Gibt es bereits aktuelle Preise, z. B. für den zukünftigen „Inneren Großkreis M“ (aktuell „Innenraum“)?

        Nein, aktuelle Preistabellen liegen noch nicht vor. Der Preis für den zukünftigen „Inneren Großkreis M“ wird in einer Größenordnung liegen, die in etwa dem aktuellen Preis für drei Zeitkartenringe im Innenraum entspricht. 

        4. Wird im Rahmen der MVV-Tarifstrukturreform auch der geplante EMM-Dachtarif eingeführt?

          Nein, mit Einführung der neuen MVV-Tarifstruktur (voraussichtlich Ende 2018) lässt sich ein EMM-Dachtarif noch nicht verwirklichen.

          5. Wird es zukünftig mehr Tarifgrenzen zwischen zwei Bahnhöfen geben?

            Die genaue Zahl hierzu ist noch nicht bekannt. Es wird Bahnhöfe geben, die direkt auf der Tarifgrenze liegen und Bahnhöfe, die zwischen diesen sind.

            6. Ist es zukünftig erforderlich, zu allen Fahrten - auch wenn diese nur im Außenraum stattfinden - den Innenraum dazuzulösen?

              Nein, bei Fahrten ausschließlich im Außenraum sind nur die äußeren Tarifkreise erforderlich, die für die Fahrt benötigt werden.

              7. Wie viele Streifen auf der Streifenkarte müssen pro Erwachsener zukünftig gestempelt werden, a) für den Innenraum, b) für jeden weiteren Tarifkreis?

                Zwei Streifen für den Innenraum, je einen Streifen für jeden weiteren Tarifkreis.

                8. Wie hoch wird zukünftig die Ermäßigung für das U-21-Angebot sein? Kann dieses weiterhin mit einem Rabatt von 50% angeboten werden?

                  Hierzu können noch keine Angaben gemacht werden. Das wird in den weiteren Verhandlungen diskutiert werden.

                  9. Wie ist der Stand der Verhandlungen in Bezug auf §45a PBefG (staatliche Ausgleichsleistungen für die Verkehrsbetriebe, um Schülern und Auszubildenden eine besondere Ermäßigung zu gewähren)?

                    Die Verhandlungen laufen gut; es gibt weniger Probleme als anfangs erwartet.

                    10. Ist im Rahmen von E-Ticketing ein Aufpreismodell geplant (z. B. Hinzubuchen eines Differenzbetrags [„Upgrades“] zu einem bereits gelösten Ticket bei unvorhergesehener Fahrtverlängerung)?

                      Das lässt sich eventuell im Rahmen des geplanten Pilotversuchs zum E-Ticketing mituntersuchen. Die aktuellen Vertriebsstrukturen des Handy-Tickets lassen dies jedoch nicht zu. 

                      11. Gibt es Änderungen beim wiederholten Befahren von unterschiedlichen Tarifkreisen (z. B. Start und Ziel in einem Kreis wird erreicht durch Fahrt in einen anderen Kreis)?

                        Ja, durchfahrene Kreise müssen wie beim aktuellen System extra gezahlt werden, sie werden künftig jedoch auch im Bartarif nur einmal gezählt.

                        12. Werden Umlandgemeinden wie z. B. Grünwald, Neubiberg etc., die aktuell dem Innenraum zugeordnet sind, weiterhin in diesem verbleiben?

                          Ja, was eine Integration von Umlandgemeinden in das erweiterte Stadtgebiet anbelangt, wird die MVV-Tarifstrukturreform tendenziell Vorteile mit sich bringen.

                          13. Wie funktioniert das E-Ticketing bei Senioren-Abonnements?

                            Anstelle des bisherigen Papier-Fahrscheins erhalten Abonnenten zukünftig eine Chipkarte. Dies erleichtert den Kontrollvorgang, beugt Missbrauch vor und vereinfacht die Verwaltung für Kunden und Kundencenter. Ansonsten gibt es keine Änderungen, insbesondere ist kein „Check-In / Check-Out“ in den Verkehrsmitteln erforderlich. 

                            14. Wird das zukünftige E-Ticketing auf mobile Endgeräte ausgeweitet, so dass keine physische Karte mehr erforderlich ist?

                              In einem ersten Schritt werden Chip-Karten angeboten, wobei beim Pilotversuch auch ausschließlich mobile Anwendungen denkbar sind. Mittelfristig wird eine Wahlfreiheit angestrebt, um Kunden, die keine ausschließlich mobile Version (Datenschutzbedenken, Sicherheitsstandards etc.) wünschen, gerecht zu werden. 

                              15. Sind alle zukünftigen NUR-Innenraum-Nutzer „Verlierer“ der MVV-Tarifstrukturreform?

                                Nein, bei Gelegenheitskunden ändert sich unabhängig von den jährlichen Anpassungen tariflich nichts. Bei Zeitkartenkunden werden jene mehr zahlen, die aktuell 1-2 Tarifringe haben, bei jenen, die aktuell 3 Tarifringe haben, wird sich die Preisanpassung in der Waage halten und bei jenen, die aktuell 4 Tarifringe benötigen, wird der Preis zukünftig günstiger werden.

                                16. Bleibt die Kurzstreckenregelung bestehen?

                                  Ja, eine Kurzstreckenregelung wird es auch zukünftig geben.

                                  17. Wird das Thema „erweitertes Leistungsangebot“ im Zusammenhang mit der MVV-Tarifstrukturreform behandelt?

                                    Nein, die aktuellen Kalkulationen beruhen auf dem jetzigen Leistungsangebot. Ein erweitertes Leistungsangebot wird nicht im Rahmen der MVV-Tarifstrukturreform behandelt.